Vortragseinladung: Neurowissenschaftler Prof. Dr. Simon Eickhoff spricht am UK Essen über die Herausforderungen einer fairen KI-Gestaltung (Online-Teilnahme möglich)
Im Rahmen der vom BMFTR geförderten Summer School SPIRIT 2.0 zur Geschlechtswendigkeit psychischer Erkrankungen findet am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, um 14 Uhr im Hörsaal der Verwaltung des Universitätsklinikums Essen ein öffentlicher Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Simon Eickhoff über die Herausforderungen einer fairen Gestaltung von KI statt. Die Teilnahme ist online und in Präsenz möglich. Bei einer digitalen Teilnahme meldet euch bitte vorher formlos unter an. Für die Präsenzteilnahme werden 3 CME-Punkte vergeben. Die Teilnahme ist kostenlos und nicht an die Teilnahme an der Summer School gebunden.
Worum geht‘s?
Maschinelles Lernen eröffnet die Möglichkeit, aus komplexen neurobiologischen Daten individuelle Eigenschaften, Krankheitsrisiken und sogar den Erfolg therapeutischer Interventionen vorherzusagen – und verspricht damit einen entscheidenden Schritt hin zu einer personalisierten Medizin. Doch wie zuverlässig sind solche Vorhersagen tatsächlich – und wie fair sind die Modelle, auf denen sie beruhen?
Anhand aktueller Beispiele zeigt Simon Eickhoff, wie solche Verfahren bereits heute eingesetzt werden: von der Modellierung des individuellen Hirnalters bis hin zur Vorhersage klinisch relevanter Merkmale. Zugleich wird deutlich, wie anfällig scheinbar leistungsfähige Modelle für methodische Entscheidungen, mangelnde Reliabilität, Confounds oder versteckte Abkürzungen in den Daten sein können. Denn der Weg zur Präzisionsmedizin führt nicht allein über bessere Algorithmen: Er erfordert auch ein tieferes Verständnis biologischer Variabilität sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den konzeptionellen, ethischen und gesellschaftlichen Grenzen datenbasierter Vorhersagen. Der Vortrag gibt einen kritischen und zugleich praxisnahen Einblick in die Frage, wie weit wir auf dem Weg zu einer personalisierten und fairen Medizin bereits gekommen sind – und welche Hürden noch vor uns liegen.
Wer spricht?
Univ.-Prof. Dr. med. Simon B. Eickhoff ist Professor für Systemische Neurowissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Direktor des Instituts für Systemische Neurowissenschaften am Universitätsklinikum Düsseldorf. Zudem leitet er am Forschungszentrum Jülich das Institut für Neurowissenschaften und Medizin – Gehirn und Verhalten (INM-7). In seiner Forschung beschäftigt er sich insbesondere mit der Organisation und Variabilität des menschlichen Gehirns, der funktionellen Bildgebung sowie der Anwendung von Methoden des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz in den Neurowissenschaften. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich individuelle Merkmale und psychische sowie neurologische Erkrankungen anhand von Gehirndaten besser verstehen, unterscheiden und perspektivisch diagnostizieren lassen.
Der Vortrag ist Teil der Summer School SPIRIT 2.0, die zur Research Community Diversity & Society gehört. Diese bündelt in der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) die wissenschaftliche Erforschung von Diversität. Des Weiteren gehört die Summer School SPIRIT 2.0 zum Forschungscluster „Biomedizinische Forschung und klinische Medizin“ des Essener Kolleg für Geschlechterforschung (EKfG), das als zentrale Forschungseinrichtung der Universität Duisburg-Essen gemeinsam mit allen Fachbereichen, die auf dem Gebiet der Geschlechterforschung aktiv sind, disziplinäre und interdisziplinäre Geschlechterforschung initiiert, koordiniert und betreibt. Der Online-Vortrag wird im Kontext der EKfG-Vortragsreihe „Sex and Gender in the Life Sciences“ übertragen.
Herzliche Grüße
Das Organisationsteam der SPIRIT Summer School 2.0



